TV Tipp – In schlechter Gesellschaft
9. Dezember 2008
Glotze
Heute wollen wir einen Tipp für Sie außerhalb von Serien und Dokusoaps abgeben. Vorausgesetzt, Sie haben nichts gegen Western, könnte Ihnen dieser Film gefallen.
Die Wildwest-Odyssee eines jungen Mannes, der sich dem Militärdienst verweigert und einer Horde Möchtegern-Banditen anschließt. Als sich die abenteuerlustigen Kerle mit echten Outlaws anlegen, findet das spaßige Leben ein jähes Ende.
Kritik:
“Dieser Film wirkt auch wie eine revidierte Fassung von Mark Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn, und er ist wunderschön fotografiert, in den Prärien von Kansas, in einer Gegend, die Flints Hill genannt wird.” (Joe Hembus, Das Westernlexikon, 1567 Filme von 1894 bis heute. München 1995)
Mit von der Partie wird übrigens auch Jeff Bridges sein.
Hintergrundinfo:
Großartiger, klischeefreier Spätwestern im Stil von ‘Butch Cassidy und Sundance Kid’.
Dem Autorenduo Robert Benton und David Newman (1937-2003) gelang mit dem Drehbuch zu Arthur Penns ‘Bonnie und Clyde’ (1967) der Durchbruch. Ein weiteres Teamwork folgte mit dem Western ‘Zwei dreckige Halunken’ (1970).
Starinfo Robert Benton: Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und drei Oscars: Regisseur Robert Benton ist seit Mitte der Sechziger Jahre eine feste Größe im Filmgeschäft. Der Durchbruch des 1932 geborenen Texaners, der eigentlich Maler werden wollte und sich eine zeitlang als Cartoonist herrumschlug, erfolgte an der Seite von David Newman, mit dem er das Drehbuch zu ‘Bonnie und Clyde’ (1967) schrieb.
Die Idee zu dem Skript kam ihm, nachdem ihm sein Vater erzählte, dass er die Beerdigung der Gangster besucht. Nach seinem viel gelobten Regiedebüt ‘In schlechter Gesellschaft’ drehte Robert Benton 1977 die Film-Noir-Hommage ‘Die Katze kennt den Mörder’ (Oscar-Nominierung für sein Drehbuch) und zwei Jahre später das Scheidungsdrama ‘Kramer gegen Kramer’, das ihm zwei Acadamy Award-Auszeichnungen (für Regie und Drehbuch) einbrachte. Einen weiteren Oscar erhielt Benton für sein Originaldrehbuch zum Drama ‘Ein Platz im Herzen’ (1984). Nach seinem bislang letzten eigenen Film ‘Der menschliche Makel’ (2003) schrieb der vielseitige Künstler ‘The Ice Harvest’, eine schwarze Komödie, die Harold Ramis u. a. mit John Cusack inszenierte.
Starinfo Barry Brown: “Die einzige Zeit, in der ich glücklich bin, ist beim Schauspielen”, so Barry Brown, der Zeit seines Erwachsenenlebens unter Depressionen und Alkoholproblemen litt. Der Jungstar, der James Dean, Montgomery Clift und Bela Lugosi bewunderte, spielte nach seinem Durchbruch in ‘In schlechter Gesellschaft’ in Peter Bogdanovichs Drama ‘Daisy Miller’ (1974) und danach vor allem in TV-Serien, ehe er sich im Alter von nur 27 Jahren im Juni 1978 erschoss. Seine Schwester beging ebenfalls Suizid, indem sie sich in Los Angeles von einer Brücke stürzte. Seine letzte Kinorolle hatte Barry Brown in dem Horrorfilm ‘Piranha’ (1978) unter der Regie seines Freundes Joe Dante, der extra eine kleine Szene für ihn einbaute.
Ausgestrahlt wird der Film übrigens heute am 9. Dezember um 20.15 Uhr in Tele5 und für alle die nicht Serien mögen aber dafür Western, ein absolutes Muss.

