Slumdog Millionär, nicht einfach “nur” Bollywood

16. Januar 2009 
Kino, Trailer

Nachdem Slumdog Millionär, allerorts mit Preisen überhäuft wird, stellen wir Ihnen den Film nun genauer vor.

Vom ersten Eindruck, den wir durch die Stimmen aus Amerika und den Trailer gewonnen haben, wird hier ein richtig guter Film auf sie zukommen, der sich auf die Tugenden besinnt, die dem heutigen Kino oft abhanden kommen.

Glauben Sie an das Schicksal? Für Jamal Malik (Dev Patel) ist es der größte Tag seines bisherigen Lebens. Nur noch eine Frage trennt ihn vom 20-Millionen-Rupien-Hauptgewinn in Indiens TV-Show „Wer wird Millionär?“.


Slumdog Millionär Trailer (deutsch!)

Doch was in aller Welt hat ein mittelloser Youngster aus den Slums von
Mumbai in dieser Sendung verloren? Und wie kommt es, dass er auf alle Fragen eine Antwort weiß? Dabei geht es Jamal nicht um das Geld, sondern einzig und allein um die Liebe. Für ihn ist die Sendung nur ein
Mittel zum Zweck, eine letzte Chance, seine verlorene, große Liebe Latika in der flirrenden Millionenmetropole Mumbai wiederzufinden.

Nach klassischen Regeln ist SLUMDOG MILLIONÄR eine Komödie (ein Film, der glücklich endet), doch vor allem ist es eine Liebesgeschichte. Es ist aber auch eine Lebensgeschichte, eine Entwicklungsgeschichte im Sinne von Dickens, mit einem Helden, der von der Kindheit zum jugendlichen Erwachsenen eine unglaubliche Reise durchmacht.

Wir alle lieben mitreißende Erzählungen, die eine ungeheure Tragweite haben und sich in großem Maßstab entfalten, voller Abenteuer und Gefühle, die durch die Drehungen und Wendungen des Schicksals befeuert werden.

Jamal ist ein moderner Oliver Twist, und ich möchte, dass seine Geschichte von Zuschauern auf der ganzen Welt gesehen und gefeiert wird, als wäre sie nur eine überhöhte und intensivere Version ihres eigenen Lebens, mit all ihren Dramen und Triumphen.

Ich hatte immer ein besonderes Faible für Geschichten über außergewöhnliche Lebenserfahrungen. „Lebe lieber ungewöhnlich“ ist sozusagen das Motto meiner Filme, die immer wieder extreme Lebenserfahrungen ausloten, wie Drogensucht oder Mord, den Weltuntergang oder auch die existenzielle Einsamkeit im Weltraum. SLUMDOG MILLIONÄR macht da keine Ausnahme. Das ist die Geschichte
eines Jungen, der in der extremsten Stadt der Welt lebt, in Mumbai, und dort unter dem Einfluss der extremsten Erfahrung steht, die wir kennen: der romantischen Liebe.

Von indischen Regisseuren sagt man, sie handeln mit Träumen, und mit diesem Film möchte ich das Nonplusultra aller Träume erschaffen: Ist es möglich, dass ein Junge, der nichts hat, das unerreichbare Mädchen
bekommt, eine unerreichbare Menge Geld gewinnt und dann ins Happy End tanzt?

Nun gut, etwas müssen wir hier natürlich relativieren, dieser Film sieht aus wie Bollywood, riecht nach Bollywood und hört sich wohl an manchen stellen auch wie Bollywood an aber das war es schon, denn nicht ohne Grund wurde er bereits mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Nicht das wir etwas gegen Bollywood haben, wir möchten ihnen damit nur sagen, der Film ist wohl die indischste Hollywood Produktion die es bis jetzt gab.

Selbst als strikter Bollywood Anhänger, beziehungsweise Anhängerin, müssen Sie doch zugeben, der Film ist wirklich gut gelungen auch wenn er nur in Indien gedreht wurde…

Nicht dass wir vergessen worauf wir hinaus wollten, den Film können Sie natürlich auch irgendwann in Deutschland sehen, dazu müssen Sie noch bis zum 19. März 2009 warten, dann läuft er bei uns im Kino. Wir freuen uns natürlich über jeden Underdog, der das Spiel um den besten Film gewinnt und wenn es in dem Fall ein Slumdog ist. (mc)

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