Ranicki findet die Kündigung von Elke Heidenreich naheliegend

23. Oktober 2008 
Glotze

Nun ja, naheliegend insofern, dass Frau Heidenreich auch über ihren Sender gelästert hat. Die Probleme die sie angesprochen hat sind aber durchaus reell.

Der springende Punkt war die Äußerung, “Ich schäme mich für diesen Sender zu arbeiten”. Hier hätte Frau Heidenreich besser vorher überlegt wie ihr diese Äußerung ausgelegt werden wird. In einem Interview muss sie nun mal damit rechnen, dass ihre Äußerungen publik werden.

Der Punkt in dem wir ihr allerdings recht geben ist der, Frau Heidenreich spricht durchaus konkrete Missstände an und thematisiert die Einstellung der öffentlich-rechtlichen zum langsam wegsterbenden Publikum.

Sicherlich haben auch ARD und ZDF qualitativ hochwertige Sendungen. Es wird allerdings hier ein Feheler begonnen, es wird nicht in die Zukunft investiert. Wo das Medium Fernsehen zu einer aussterbenden Gattung gehört, ist es schade dass die öffentlich-rechtlichen sich so verbissen an ihrer Vergangenheit festhalten. Es wird sich hier auf so alten Lorbeeren ausgeruht dass sich bald keiner mehr an den Grund für deren Verleihung erinnern kann.

Nun gibt es eine Vielzahl von Sendern die in der Zukunft eher noch steigen wird als zu schrumpfen. Unterhaltung wird im Internet stattfinden und nicht mehr auf Frequenzen angewiesen sein. Wenn die öffentlich-rechtlichen nicht quersubventioniert über eine Rundfunkgebühr würden, wäre die Überlegung naheliegend, sich von altgedienten Stars zu trennen oder nicht mehr auf Leute zu hören die eigentlich mehr damit beschäftigt sind, beim erfassen der Handlung nicht den Inhalt des Buches zu vergessen.

Frau Heidenreich hat den Fehler gemacht direkt gegen ihren Arbeitgeber zu intervenieren. Die alten Zöpfe werden am besten heimlich abgeschnitten. So steht es wenigstens in der Bibel.

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