Plant Regisseur David Lynch Mulholland Drive 2

12. April 2010 
Highlights, Kino, Personen

Am Regisseur David Lynch scheiden sich die Geister. Für die einen ist er seit Twin Peaks, der bester Mysterie-Regisseur und für die anderen ist er als Wetterfrosch auf Twitter auch dort angekommen wo er eigentlich hingehört.

Mulholland Drive wurde als Serie, nach dem Vorbild von Twin Peaks für den Sender abc produziert. Als der Sender schließlich mit dem Ergebnis ganz und gar nicht zufrieden war, stellte er die Produktion kurzum ein. Zum Leidwesen von David Lynch, der mit einem Haufen unzusammenhängender Filmschnipsel zurückgelassen wurde. David Lynch stellte aus diesen und jahrelanger Kleinarbeit den Film Mulholland Drive zusammen.

David Lynch schnitt aus den vorhandenen gedrehten Szenen etwas zusammen, was Ähnlichkeit mit einem Film hatte und vor allem jeden auf den Plan rief, der einen tieferen Sinn dahinter vermutete. Obwohl es immer wieder heftigst darüber diskutiert wurde, es gab keinen tieferen Sinn. Es ist nur ein unfertiger und nicht zu Letzt schlechter Film, der trotzdem seine Freunde rund um die Welt fand und nun sogar nach einem zweiten Teil verlangt.


Mulholland Drive

Was man jetzt auch als Fußnote aus Hollywood hört. Es könnte durchaus sein, dass David Lynch bald an einen zweiten Teil von Mullholland Drive drehen wird. Die Gerüchteküche brodelt hierzu gerade heftigst. Es könnte also sein, dass David Lynch sein Hobby als Twitter-Wetterfrosch aufgeben muss.

Für wahre David Lynch Fans ist das die beste Nachricht, seitdem der Regisseur Filme macht. Für alle anderen – die die wahre Geschichte hinter dem Film kennen, ist es nur die Hoffnung, dass der Regisseur uns in einem zweiten Teil mehr Handlung als im ersten Teil bieten wird.

Aber echte David Lynch Fans mögen auch das Gefühl, dass sie etwas nicht verstanden haben und im Film noch viel mehr stecken könnte, als sie auf den ersten Blick gesehen haben. Aber ehrlich – da war nichts, egal wie lange man darüber nachdenken mag. The truth out there oder in diesem Fall, da war wirklich keine Handlung drinnen. (mc)

David Lynch 'Fetish' Exhibition Opening - Moscow

Kommentare

14 Antworten to “Plant Regisseur David Lynch Mulholland Drive 2”
  1. Udo sagt:

    Und dennoch ist der Film sowohl visuell, also auch musikalisch bzw. vom audio- design und anhand der Darsteller und gerade eben wegen dieses Gefühls, welches er vermittelt für mich persönlich einer der besten Filme die es gibt. Man muss ihn nicht lieben, aber wenn man beim Ansehen dieses Filmes nichts spürt, dann sollte man dennoch offen dafür sein, wenn es anderen anders ergeht! ;) David Lynch ist ein Künstler und Kunst wird nunmal oftmals geschaffen, indem viele verschiedene Schnipsel durcheinandergeworfen und wieder aneinander geheftet werden. Wo liegt das Problem?? Das passiert in der Kunst ständig, ob im Film, in der Malerei, in der Fotographie, ja selbst in der Musik! Schön ist das, was gefällt und nichts anderes! :)

  2. morecomp sagt:

    Schön dass diesen Film überhaupt noch jemand kennt und ich gebe dir Recht, David Lynch macht Kunst und keine Filme. Vom künstleriscchen Aspekt lässt sich auch gar nichts gegen den Film sagen aber vom cineastischen Standpunkt gesehen war der Film weder besonders aufregend noch besonders gelungen – auseinandergerissenen. Wie ein schönes Bild ohne Vorher und ohne Nachher – als Geschichte unbefriedigend. Und wenn wir beim Thema Kunst sind, Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, sie kann mir gefallen – sie muss mir nicht gefallen. Nichts desto Trotz, David Lynch ist ein großer Künstler der sich das Medium Film ausgesucht hat und ihn sollte man zumindest kennen.

  3. fat freddy sagt:

    Mulholland Drive ist bestimmt nicht mein Lieblingsfilm, aber Lynch hat einige der tollsten Filme gedreht die ich kenne
    und:
    ich finde wirklich nichts schlechtes daran, wenn man am Ende eines Filmes nicht weiß, was gemeint war, oder ob überhaupt etwas gemeint war!

    (außer vielleicht, dass man angeregt wird ein bisschen nachzudenken;P )

  4. Sebastian sagt:

    Ähhh… Mulholland Drive ist unfertig und schlecht??? Sorry, aber was bist du denn für ein Spinner? Die Art des Films nicht zu mögen ist ja eine Sache, aber ihn als unfertig zu bezeichnen, nur weil man ihn nicht verstanden hat, ist einfach lächerlich. Und da er handwerklich (Inszenierung, Bildkomposition, Sounddesign, Musik, Schnitt etc.) einiges zu bieten hat, ist die Bezeichnung “schlecht” auch einfach nur extrem subjektiv. Trotzdem stellst du es als Tatsache hin. Aber ein Glück, dass es zahlreiche Menschen auf der Welt gibt, die die Kunst David Lynchs zu würdigen wissen, und sich über einen zweiten Teil freuen würden. :)

    • morecomp sagt:

      Es ist leider ein Fakt das der Film nur improvisiert ist aber der Künstler David Lynch hat das Beste daraus gemacht, um diesen Film auch ohne Mittel zu dem zu machen.

      Was er ist und das Ergebnis ist wenigstens vom künstlerischen Aspekt her gesehen auch mehr als nur befriedigend aber vom cineastischen Aspekt her einfach unzureichend. Nicht umsonst haben die Studios auch die Mittel gestrichen und David den Wölfen vorgeworfen.

      Es gibt beim Film auch keinen tieferen Sinn oder Handlung, der Film ist das was aus den bezahlten Aufnahmen übrig blieb einfach nett arrangiert. Wer den Sinn sucht – sucht umsonst. Aber ein schönes Bild muss auch nur schön aussehen und keinen tieferen Sinn ergeben. Wenn es einen zweiten Teil geben wird werde ich mir diesen aus reiner Neugierde auch ansehen.

      • Sebastian sagt:

        Verwechselst du den Film eventuell mit “Inland Empire”? Da könnte ich deine Argumente ja noch irgendwie nachvollziehen (auch wenn ich den Film ebenfalls genial fand).

        Gegen dein Argument, dass “Mulholland Drive” künstlerisch nur befriedigend und cineastisch nur unzureichend ist, spricht, dass er einige renommierte Preise und Nomierungen erhalten hat, vor allem “Beste Regie” bei den Filmfestspielen in Cannes, dem wohl künstlerisch bedeutendsten Filmpreis, und eine Nominierung für die beste Regie bei den Oscars.

        Für “Mulholland Drive” wurden viele Sequenzen (u.a. dank Studio Canal) nachgedreht, und aus dem 90 Minütigen Pilotfilm (bei dem zu dem Zeitpunkt die weitere Richtung, ähnlich wie bei “Twin Peaks”, noch nicht feststand) ein 141 minütiger, fertiger (!) Film, der von vorne bis hinten Sinn macht, auch wenn man den Inhalt erst nach mehrmaligen Schauen entschlüsseln muss. Was mir richtig Spaß gemacht hat. ;)

        Aber das ist ein schönes Bild keinen tieferen Sinn ergeben muss, ist natürlich richtig.

        • morecomp sagt:

          Nein, ich meine genau diesen Film und habe vor einiger Zeit über David Lynch recherchiert und mich hat Mullholland Drive bereits vor der Recherche gelinde gesagt geärgert.

          Da hab ich die Recherche zum Anlass genommen mir Mullholland Drive genauer im Kontext mit David Lynch anzusehen. Ich weiß also die Details um den Film und vom cineastischen ist es meiner Meinung nach ein Fehlschlag aber der Film verbreitet eine interessante Stimmung und man erwartet immer etwas großes als nächstes. Ein David Lynch eben. David Lynch ist eher Künstler als ein Filmemacher, was seine frühen Werke auch beweisen.

          Bei der Kunst kommt es immer darauf an dass sie dir gefällt, also lass dir den Spaß nicht durch einen Miesepeter wie mir verderben.

          • Sebastian sagt:

            Nee, den lass ich mir nicht verderben… ;) Mir ist der Text einfach zu subjektiv geschrieben, da musste ich kurz Dampf ablassen. Sorry!

          • morecomp sagt:

            Schon Ok, mit mir kann man meistens reden ;)

            Meine Kollegen haben mich schon gewarnt, schreib das lieber freundlicher – die von Google nach etwas suchen möchten das nur nett und nicht kritisch hören aber ich habe auch den Bericht über David Lynch geschrieben und deswegen bin ich mir eigentlich auch sicher dass er ein größerer Künstler als ein Regisseur ist und prompt hab ich auch mich rechtfertigen müssen.

            Ist meistens so, wenn ich zuviel eigene Meinung schreibe gibt es Ärger… Manchmal kann ich mich eben nicht beherrschen. David macht keine Filme – David macht Kunst und wie gesagt, die kann man aber muss man nicht mögen.

  5. skunky sagt:

    Kann Deine Meinung auch nicht so richtig verstehen – MD ist ein handwerklich und künstlerisch sehr gut gemachter Film abseits des üblichen HollywoodMainstreamPoliticalCorrectnessAmEndeWirdImmerGefeiertAuswurfes.

    Imho ist Mullholland Drive von den “typischen Lynch-Filmen” noch der verständlichste.

    Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit !

  6. peter sagt:

    Es ist schon erstaunlich, wer sich im www so alles als Fachmann oder Kritiker darzustellen erlaubt. Kaum zu fassen, dass jemand, der kaum der deutschen Sprache mächtig ist, sich ereifert, D. Lynch indirekt seine Substanzlosigkeit vorzuwerfen.
    Aber Spaß beiseite… Du hast ja recht! “Da war nichts, egal wie lange man drüber nachdenken mag.” Ich geh jetzt in die Videothek und leih mir “American Pie 32″ aus. Da gibt´s wenigstens ne Handlung!

  7. Niesrind sagt:

    Ich halte Mulholland Drive für den besten Film von DL, weil er so verwirrend gestrickt ist, und trotzdem eine einfache Geschichte dahintersteckt, die man durch mehrfaches Schauen auch rauskriegen kann.

    “… da war wirklich keine Handlung drinnen.”
    Einspruch.
    Hier meine Deutung des Films als Kurzfassung:

    Nach der JitterbugSzene zu Anfang sehen wir, wie die Kamera in Diane Selwyns Appartement auf ihr Kopfkisen zubewegt.
    Ab jetzt beginnt Diane Selwyns Traum, in dem sie nach Hollywood kommt, ein großartiges Vorsprechen und eine große Karriere in Aussicht hat. Sie verliebt sich in Rita und ist glücklich.
    Das ist das Leben, welches sie gerne hätte.

    Wie baut Diane sich selbst in ihren Traum ein ?
    1. Von Aussehen her ist Diane = Betty. Und zwar so, wie Diane gerne sein würde.
    2. Diane träumt gerade und will sich nicht an das Geschehene erinnern:
    Diane’s ‘Gemütszustand’ = Rita

    Nach allerlei Handlung(!) (Vorsprechen, Fremdgehen der Frau des Regisseurs, Mafia Intrigen hinter den Kulissen etc) wird Betty und Rita im Club Silencio klar, daß alles nur eine Illusion, ein Traum ist. Sie fahren nach Hause und schließen das Kästen mit Diane’s Erinnerungen auf, die sofort die Traumwelt überfluten.

    In diesen Erinnerungen erfahren wir, wie Camilla sich von Diane trennt, um sich mit dem Regisseur zu verloben. Und daß Diane dann aus Haß einen Mordauftrag erteilt.
    In der Nacht träumt sie dann die ersten 90 Minuten des Films, am nächsten Morgen sieht sie den Schlüssel und weiß daher, daß Camilla tot ist.
    Diese Erkenntnis treibt sie schließlich in den Selbstmord.

    • morecomp sagt:

      Ja klar, das ist das normale. Ich erinnere mich zwar nicht mehr im Detail aber sowas in etwas war da schon aber die Gerüchte sind die, dass da noch was viel komplexeres dahinter steckt. So wie “Last Christmas” rückwärts abspielen und zu hören “George Michael ist ne Schwuchtel”. Sowas gibt es dort nicht, mit allen möglichen Gerüchten nein, sowas gibt es dort nicht! So schäbig wurde der Film nur wegen dem gestrichenen Budget, auch wenn er mit mehr Budget bestimmt nicht mein Lieblingsfilm geworden wäre. Dune finde ich 1000 Mal besser. Der Film ist Crap! Obwohl man dafür Respekt zollen muss, dass er ihn trotz leerer Kasse noch hinbekommen hat… irgendwie halt.

      • Niesrind sagt:

        Also nur, weil da nicht “noch was viel komplexeres” hintersteckt, hat der Film “keine Handlung”!?

        Kann ich nicht nachvollziehen. Handlung ist doch erstmal das, was auf der “Oberfläche” passiert, also das mehr oder weniger Offensichtliche – irgendwelche Nachrichten oder Bedeutungen, die sich erst beim Analysieren oder rückwärts Betrachten ergeben, sind doch keine “Handlung”.

        Das Schöne bei David Lynch Filmen ist, daß man beim drüber Nachdenken selbst bestimmen kann, wie weit man mit der Deutung geht.
        Ob man jetzt genau wissen will, wer der Typ hinter dem Restaurant ist und was er so macht, was die rosa Farbe im Schmuckkästchen zu suchen hat, oder ob der blaue Würfel derselbe ist, den Diane Selwyn(!) in der Schublade neben ihrer Waffe aufbewahrt – das alles bleibt einem selbst überlassen.
        Bei “Lost Highway” reicht mir beispielsweise der Ansatz, daß die Grundidee “Was wäre, wenn Schizophrenie körperlich wäre” gewesen sein könnte und die damit verbundene Geschichte auf ein Möbiusband projeziert wurde.

        Hierbei ist auch zu bedenken:
        In einem der Interviews auf der Twin Peaks DVD erzählt der kleine rückwärtssprechnende Mann, wie David Lynch beim Schneiden(!) gesagt haben soll: “Ah, vielleicht war es das, was ich mit der Szene ausdrücken wollte.” (sinngemäß)

        Daher sollte man auch nicht zuviel hineininterpretieren, sondern das jeweilige Kunstwerk einfach geniessen.

        Gerade bei MD passt diese stilistische Zweiteilung(die Traumwelt gegen die Realität, die durch die Schnitte und bruchstückhafte Erzählung einen ganz anderen Rhythmus aufweist) hervorragend zu der Geschichte und ich halte die Entwicklungsgeschichte des Films für einen Glücksfall, denn sonst wäre dieser Unterschied wahrscheinlich nicht so deutlich herausgearbeitet gewesen.

        Wie ein MD 2 aussehen soll, vermag ich mir momentan nicht mal ansatzweise auszumalen (Diane und Camilla sind ja beide tot) und bin daher sehr gespannt, was sich daraus entwickelt.

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