Ilich Ramírez Sánchez – Carlos der Schakal

12. Oktober 2008 
Personen

Wenn Sie sich fragen wer dieser Mann ist und was der mit Filmen und Videos zu tun hat, dass ist Carlos, der Schakal und er kommt nicht nur in einem Film vor. Carlos wurde am 12. Oktober 1949 in Caracas geboren.

Wie bereits angedeutet mangels prominenter Geburtstagskinder muss man manchmal etwas ausweichen. In dem Fall weichen wir auf etwas ähnliches aus. Carlos ist mehr in Filmen als Sie auf anhieb denken. Da haben wir zum Beispiel “Gotcha! Ein irrer Trip“, “The Assignment – Der Auftrag” und noch einige andere in denen immer wieder die Anspielungen auf den Top-Terroristen fallen. Eigentlich ist auch Carlos der Gegenspieler von Jason Bourne in der Bourne Trilogie aber Bourne heißt in der deutschen Orginal Version Borowski und im Film kommt Carlos nicht mehr vor. So was ist wohl künstlerische Freiheit. Was haben sich die Übersetzer denn mit Borowski gedacht?

Zurück zu Carlos. Der Vater ein Anwalt der marxistisch geprägt war, gab seinen drei Söhnen die Namen Wladimir, Ilich und Lenin nach seinem großen Vorbild “Wladimir Iljitsch Lenin”. Sein Vater, der scheinbar Prototyp für die Lebenseinstellung von Carlos war, wollte dass Carlos und sein Bruder in Russland studieren. Carlos studierte von 1968 bis zum Jahr 1970 in Moskau, bis er wegen einem zu ausschweifenden Lebensstils von der Universität ausgeschlossen wurde.

Zu dieser Zeit sprach Carlos dessen Muttersprache spanisch war noch arabisch, russisch und etwas englich und französisch. Auf die Terroristtischen Pfade kam Carlos in einem Trainingslager der “Volksfront zur Befreiung Palästinas” (PFLP), dass hört sich wie in Leben des Brian an. Hier in Jordanien erhielt er dann auch sein Pseudonym Carlos. Als er dann Jordanien verließ ging er nach London an die Universität und arbeitete im Hintergrund für die PFLP.

Bis jetzt hört sich dass Leben von Carlos fast normal an. Der Unterschied zu normalen Menschen ist wohl nur, wir gehen nicht in ein Trainingslager der PFLP und es wäre mir neu, dass man in Russland früher Ein- und Ausreisen konnte wie man will. Im werden auch Verbindungen zum KGB nachgesagt. Vielleicht ist dass der Grund.

Fragen Sie sich nun was so gefährlich an diesem Mann ist? Gefährlich waren die vielen Anschläge die Carlos und später seine Gruppe verübten. Seit dem Jahr 1973 als er einen Anschlag auf einen jüdischen Geschäftsmann verübte, folgte ein Anschlag nach dem anderen. Autobombenanschläge auf auf französische Zeitungen und Panzerfaust Attacken auf Flugzeuge.

Im Jahr 1975 kam man durch einen Kontakt auf die Spur von Carlos. Als man Michel Moukharbal verhörte zeigte sich dieser kooperativ und man wollte Carlos auf einer Feier festnehmen. Carlos erschoss zwei Polizisten und Michel Moukharbal der als Agent für den Mossat arbeitete. Carlos floh anschießend über Brüssel nach Beirut.

Mit einem sechsköpfigen Team nahm er kurzerhand bei der OPEC in Wien 60 Geiseln und erschoss drei von ihnen sofort. Nachdem Carlos mit einem mit einem Flugzeug fliehen konnte, ließ er immer wieder Geiseln in verschiedenen Ländern frei. Auf der anschließenden Sitzung der PFLP wurde Carlos vorgeworfen zwei wichtige Geiseln nicht erschossen zu haben. Außerdem sollte er Lösegeld unterschlagen haben. Bei der Sitzung wurde Carlos von der PFLP ausgeschlossen. Ausgeschlossen?

Im September 1976 wurde Carlos in Juguslavien verhaftet und floh nach Bagdad. In Bagdad gründete Carlos seine eigene Gruppe. Diese bestand aus teils syrischen, libanesischen und deutschen Terroristen. Carlos stellte außerdem Kontakte zum “Ministerium für Staatssicherheit” der DDR her. Seine Aufträge erhielt er nun vom rumänischen, amerikanischen, irakischen Geheimdienst und seiner früheren Organissation der PFLP. Sozu sagen ein frühes Beispiel für Outsourcing.

Seine Gruppe verübte Anschläge bis in die 90er Jahre. Als der Druck auf die Carlos tolerierenden Staaten zunahm, musste er mehrmals das Land verlassen. Am 14. August 1994 wurde Carlos im Sudan französischen Agenten übergeben und diese überstellten ihn nach Paris. Am 23. September wurde Carlos für seine Anschläge und Morde in Frankreich für schuldig gebrochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Carlos ist für den Tod von mindestens acht Menschen verantwortlich und nach Schätzungen könnten dass bis zu 83 Opfer sein. Er klagte bereits zwei mal vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der schlechten Haftbedingungen. Heute schreibt Carlos für ein extremistisches türkisches Blatt, dass für seine Ideen offen ist und unterschreibt mit seinem islamischen Namen.

Seine Frau Magdalena Kopp aus Neu-Ulm war 13 Jahre lang Carlos Lebensgefährtin sagte sich im Jahr 1994 von Carlos los. Seit den 70er Jahren war sie mit Carlos zusammen und an mehreren terroristischen Anschlägen beteiligt. Im Jahr 1986 wurde die gemeinsame Tochter Rosa geboren. Nach einer mehrjährigen Haftstrafe in Frankreich ist Magdalena heute wieder in Neu-Ulm.

Für den Fall, dass ihnen Verschwörungsgeschichten liegen, dann sollten Sie sich einmal überlegen wieviel Geheimdienste die Hand über Carlos gehalten haben. Warum er immer wieder fliehen konnte und wer ihn einfach gehen ließ. So leichte parallelen erkenne ich hier durchaus mit Osama aber auch den werden sie bekommen, irgendwann. Dann wenn er nicht mehr nützlich ist.

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