Dalida

17. Januar 2009 
Personen

Heute werfen wir einen Blick auf das Leben der Sängerin und Schauspielerin Dalida und wenn Sie schon immer wissen wollten, was an ihr so besonders war, müssen Sie jetzt weiter lesen.

Dalida wurde als Yolanda Christina Gigliotti, als Kind einer Mittelstandsfamilie, in Kairo, Ägypten geboren. Ihre Großeltern sind ausgewandert und stammten aus Italien. Dalida hatte zwei Brüder und war das mittlere Kind. Ihr jüngerer Bruder wurde später auch ihr Manager.

Aufgewachsen ist Dalida in Kairo, wo sie eine katholische Schule besuchte. Im Jahr 1951 nahm Dalida an einem Schönheitswettbewerb teil und arbeitete kurz darauf als Model, für ein ortsansässiges Modehaus. Im Jahr 1954 nahm sie am Schönheitswettbewerb zur Miss Ägypten teil und gewann diesen.


Ciao Ciao Bambina – Dalida

Hier wurde sie von Marc de Gastyne entdeckt und zog schließlich gegen den Willen der Eltern an Weihnachten 1954 nach Paris. In etwa um diese Zeit nahm sie auch ihren späteren Künstlernamen Dalida an. Dalida hatte in mehr als 10 Sprachen gesungen.

Nachdem ihre Karriere im französischen Kino zu Beginn noch wenig erfolgversprechend aussah, nahm Dalida Gesangsstunden und wurde schließlich für das Champs Elysées in Paris gebucht. Mit ihrem ersten Song, Madona schaffte es Dalida in die französischen Charts. Schon der nächste Song war noch erfolgreicher und blieb ganze 46 Wochen in der französischen Top 10. Ciao Ciao Bambina wurde zu einem der meist verkauften Stücke in der französischen Musikgeschichte.


Bambino – Dalida

Für Bambino und das das zwei Jahre später aufgenommene Stück Ciao Ciao Bambina, erhielt sie bis ins Jahr 1959 jeweils eine goldene Schallplatte aber das war noch lange nicht alles, allein im Jahr 1960 erhielt sie 10 goldene Schallplatten.

Am 18. April 1961 heirate die damals 28-jährige Dalida Lucien Morice der neben Eddie Barclay maßgeblich an ihrer Entdeckung beteiligt war. Die Ehe mit Lucien Morice scheiterte jedoch nur wenige Monate später, als Dalida mit dem polnischen Maler Jean Sobieski zusammen zog.

Im Jahr 1961 erhielt Dalida eine weitere goldene Schallplatte, bezog ihre Villa in Paris und trennte sich von ihrem Freund dem Maler. Im Jahr 1964 erhielt Dalida eine für ihre Tour durch Frankreich und 10 Millionen verkauften Tonträgern, eine Platinplatte. Im Jahr 1967 wurde Dalida in Italien als populärste Sängerin mit dem Oscar Canzonissima ausgezeichnet.


Milord – Dalida

Nicht alles in Dalidas Leben war schön und wurde immer besser, es gab auch tragische Schicksalsschläge. Hier sollten Sie jetzt aufmerksam weiter lesen.

Am 25. Januar 1967 nahm Dalida und ihr damaliger Lebensgefährte, der italienische Komponist Lugi Tenco am Schlager Festival in San Remo teil. Dalida und Luigi Trenco hatten hierzu beide den gleichen Titel, Ciao amore, ciao gesungen.

Durch die Aufregung versagte Luigi Tenco jedoch die Stimme bei der Darbietung. Obwohl Dalida das Stück ohne Fehler und unter großem Beifall gesungen hatte, wurde keiner der Sänger für das Finale ausgewählt. In seinem Abschiedsbrief im Hotel Savoy prangerte Luigi Tenco die Entscheidung der Jury an und tötete sich anschließend mit einem Schuss in den Kopf.


Das ist das Stück und die Aufnahme sozusagen, ein Zeitzeuge

Nach dem Vorfall litt Dalida unter psychischen Problemen und Depressionen, die in einem Suizidversuch mündete. Die damalige Krise überwand Dalida nur schwer durch eine Therapie und an der Seite des Schriftstellers Arnauld Desjardins, der auch ihr neuer Lebensgefährte wurde. Der Schriftsteller war ein Anhänger der fernöstlichen beziehungsweise indischen Kultur und so bereiste Dalida und Arnauld Desjardins Indien. Dalida suchte danach drei weitere Jahre alleine nach Erleuchtung und einem geistigen Führer.

Nach einigen Jahren, die sie auf der Suche war, kam sie dann wieder zurück ins Scheinwerferlicht. Weil im Jahr 1971, nach vierjähriger Pause aber niemand mehr an ein Comeback glaubte, musste Sie die Kosten für die Räume selber tragen. Der Auftritt im Pariser Olympia war jedoch ein gelungenes Comeback und Dalida war mit einem Paukenschlag wieder da.

Es folgten viele weitere Erfolge, die beachtlich, wenn auch nicht mehr derartig furios wie zu Beginn ihrer Karriere waren. Bis ins Jahr 1986, in dem Jahr, als sie sogar wieder an ihren Geburtsort in Kairo, zur Uraufführung ihres letzten Filmes zurück kam, veröffentlichte Dalida noch viele weitere Hits oder trat mit anderen großen Künstlern auf.


Am Tag als der Regen kam – Dalida

Am 3. Mai 1987 wurde Dalida gegen 18 Uhr in Paris von einer Hausangestellten tot aufgefunden. Die Polizei teile mit, dass Dalida an einer Überdosis Schlaftabletten gestorben wäre. Im Abschiedsbrief der damals 54 Jahre alten Frau stand, “Das Leben ist mir unerträglich geworden – vergebt mir.” Dalida wurde in Paris, in der Nähe ihres Hauses beigesetzt.

Wie sie gesehen haben, ist Dalida aus gutem Grund in unserem Spezial und vielleicht finden sie einen Augenblick Zeit, um an eine große Künstlerin, die wohl in ihrem Leben wenig Glück fand zu gedenken. (mc)

Kommentare

4 Antworten to “Dalida”
  1. markus glaser sagt:

    Es war eine große Künstlerin! Hätte sie gerne bei einer Show noch live gesehen aber es ist leider ein Schicksal das ich teile und ich bedaure sehr! gruß

  2. morecomp sagt:

    Das freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat, es ist wirklich schwierig über so ein Thema zu schreiben, denn dieses dürfte nur wenige interessiert haben obwohl sie eine wirklich große Künstlerin und zu recht hier in diesem Spezial war.

    • doris sagt:

      Schade, dass Dalida so wenig in Deutschland bekannt ist. Sie war eine hervorragende Kuenstlerin und zwar ueber viele Stationen. Noch heute wird sie verehrt und jeses Jahr an ihren Geburts-und Todestag treffen sich ihre Bewunderer in Paris. Dank ihres Bruders Orlando, der sich ihrem kuenstlerischen Erbes angenommen hat,kommen jedes Jahr mehr Leute zu diesen Treffen, auch sehr erfreulich,immer mehr junge Leute.

  3. Monika von Hagen sagt:

    Ich bin eher zufällig auf diesen Artikel gestoßem, weil ich – einer alten handschriftlichen Notiz folgend – nach dem Sänger Luigi Tenco forschte.
    Ich war überrascht und auch bestürzt zu erfahren, dass Dalida seine Freundin war und dass er sich auch gerade getötet hatte, als sie zusammen in San Remo aufgetreten waren.
    Ich war damals noch sehr jung und kannte Luigi Tenco (diesen bildhübschen sensiblen Mann) gar nicht und Dalida fand ich eigentlich eher, na ja, wenn man Teenager ist, hat man andere Vorstellungen. Auch in den 70iger (da lebte ich selbst in Paris) stand ich eher auf Disco-Musik. Die französischen Chansonniers gefielen mir schon.

    Heute lerne ich – dank Internet, dass es damals in anderen Ländern auch große Talente der poetischen populären Musik gab, Und Dalida erweise ich heute abend auch die Ehre.

    Danke für diese Website.

    Monika von Hagen

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