Camille Caudel
30. Oktober 2008
Personen
Normalerweise sind in unserem Spezial, Damen und Herren die auch an diesem Tag Geburtstag haben. Camille Caudel hat dies nicht, aber sie müssen trotzdem lesen was ihr wiederfahren ist.
In manchen Fällen sehen wir keinen interessanten Geburtstag für ein Spezial und in diesen weichen wir einfach auf interessante Geschichten wie diese aus.
An ihrem Geburtstag dem 8. Dezember im Jahr 1864 weinte ihre Mutter Cervaux-Caudel über die Geburt einer Tochter und sprach kein Wort mehr. Der erstgeborene Sohn Carles Henri war bereits nach zwei Wochen gesrorben. Es wäre nicht verwunderlich wenn sie an seinem Tod in Folge einer Wochenbettdepression beteiligt gewesen wäre aber so etwas wäre eine reine Spekulation 100 Jahre später.
Film Camille Caudel – Isabell Adjani leider in französisch. Der Film hatte übrigens zwei Oscar Nominierungen und räumte mit 7 César im Jahr 1989 richtig ab
Camille Caudels Mutter, Louise-Athenaise Ceraux-Caudel hatte mit vier jahren ihre eigene Mutter verloren und so war es für sie schwierig eine Verbindung zu ihrem eigenen Kind herzustellen. Obwohl sie wohl keine gute Mutter war, hinderte es sie nicht noch zwei weitere Kiner in die Welt zu setzen. Ob die Mutter noch einmal geweint hat ist aber nicht bekannt. Camile hatte eine enge Beziehung zu ihrem Vater und dem jüngeren Bruder.
Die Kinder wurden zwar an einer öffentlichen Schule eingeschult aber erhielten später einen eigenen Hauslehrer. Bis zu ihrem 12. Jebensjahr lebte Camille in Bar-le-Duc hier fand auch sie die ersten Bildhauerarbeiten die eine starke Faszination auf sie ausübten.
Als das Mädchen schließlich selbst anfing mit Steinen zu modlilieren galt sie bald als besessen von der Arbeit. Als ihr Vater, der ihre Begabung förderte, nach Nogent-sur-Seine vesersetzt wurde, lernte er Paul Dubois kennen. Den Direktor der Pariser Kunstgalerie und ebenfalls Bildhauer. Seine Meinung zu Camilles Arbeiten bestärkten Sie auf dem eingeschlagenen Weg zu bleiben und die Bildhauerei ernsthaft zu betreiben.
Camille Caudel studierte bald an der privaten Académie Clolarossi und wohnte im Jahr 1861 in Paris am Monparnasse, in der Nähe der Académie.
1883 trafen Camille Caudel und der dreiundvierzigjährige Auguste Rodin zusammen. Rodin modelierte im Jahr 1884 eine erste Büste von Camille die sich im heute Musé Rodin in Paris befindet. Im Jahr 1865 stellte Camille Caudle zum ersten Mal aus.
Im Jahr 1886 wurde die Sache dann richtig interessant. Rodin verfasste nämlich einen Vertrag der wahrscheinlich von Camille Caudel persönlich diktiert wurde. In der heutigen Zeit kennen wir ähnliche Werke von Jennifer Lopez oder Maria Carry oder wie sie alle heißen.
In diesem Brief verpflichtete sich Rodin Camille Caudel als einzige Schülerin zu unterrichten und mit allen Mitteln zu unterstützen. Dass er Einfluss nehmen würde auf die Platzierung ihrer Arbeiten und diese auch in der Presse positiv besprechen würde. Sich bis Mai 1887 mit keiner anderen Frau einzulassen. Weder mit früheren weiblichen Modellen oder Schülerinnen. Weiter wollte Camille ein Foto vom damaligen Starfotografen Carjat, eine Italienreise und ein Reiterdenkmal und dass er sie heiraten würde.
Die Beziehung zwischen Auguste Rodin und Camille Caudel war aber die ganze Zeit angespannt und von Gefühlsschwankungen geprägt, so wie dass bei großen Künstlern meist der Fall ist. Im Jahr 1893 trennte die Bildhauerin dann schließlich die Arbeit und ihr privates und trennte sich vom Bildhauer Rodin. Wahrscheinlich auch deswegen weil er seine vertraglichen Pflichten nicht einhielt. Ben Afflec kann ihnen ein Lied davon singen.
Im Jahr 1899 passsierte etwas, dass wir heute unter verschiedenen Krankheistbildern kennen aber nicht als gravierende psychische Störung diagnostizieren würden. Camille lebte in einer zwei Zimmer Wohnung in der sie immer mehr gerümpel anhäufte und langsam verwahrloste.
Eskaliert ist die Lage dann aber gegen das Jahr 1905 als die einstige Bildhauerin unte Verfolgungswahn litt, immer wieder Werke selber zerstörte und Rodin des Plagiats und einer Verschwörung bezichtigte. Im laufe der Jahre verschlechterte sich der Zustand der Künstlerin immer weiter.
Mit ihrem Vater starb am 2. März 1913 auch ihr letzter Verteidiger und so ließen die Mutter und ihr Bruder Camille Caudel am Montag, den 10. März 1913 gegen ihren Willen in eine Psychatrie einweisen. Im September wurde Camille schließlich nach Südfrankreich verlegt.
Camille Caudel verbrachte die letzten 32 Jahre ihres Lebens vergessen in psychatrischen Anstalten ohne ein weiteres Werk zu schaffen. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Camille die psychische Gesundheit attestiert und sie hätte aus medizinischen Gründen die Psychatrie verlassen können. Die Mutter und ihre Schwester, die sie nie besucht hatten, sperrten sich jedoch gegen eine Entlassung und so blieb Camille Caudle bis an ihr Lebensende am 19. Oktober 1943 eingesperrt.
In der heutigen Zeit wäre Camille wahrscheinlich ein Superstar, reich und berühmt. Zur damaligen Zeit war Camille eine emanzipierte Frau, die vor mehr als 100 Jahren weit mehr in ihrem Leben erreichte, als manche emanzipierte Frau heute. Vielleicht denken Sie ja einen kurzen Moment über diese Frau nach. Ein aufregendes und interessantes Leben aber leider ohne Happyend.

